Konzernverantwortungsinitiative

Für einen konstruktiven Dialog und nachhaltige Lösungen

Angesichts der erneuten Volksinitiative, die vor kurzem durch die Koalition für Konzernverantwortung gestartet wurde, mit dem Ziel, Schweizer Großkonzernen strengere Regeln aufzuerlegen, möchte die Schweizerische Vereinigung der Edelmetallfabrikanten und -händler (ASFCMP) noch einmal betonen, wie wichtig ein Vorgehen ist, das sich auf Zusammenarbeit, auf Dialog und auf die Kenntnis und das Verstehen einer komplexen Wertschöpfungskette stützt. Seit vielen Jahren setzt sich unsere Branche im Bewusstsein der Herausforderungen aktiv für Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz im Bereich der Beschaffung und Affination ein. Indem sie Goldraffinerien als Beispiele für verantwortungsloses Verhalten von Unternehmen heranzieht, ignoriert die Koalition offenbar die Bemühungen und erzielten Fortschritte und bevorzugt eine unflexible Herangehensweise, die ggf. Lösungen gefährden kann, die auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt sind.

Die Realität der schweizerischen Goldraffinerien ist tatsächlich komplexer und erfordert ein tiefgründiges Verständnis des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Hintergrunds der jeweils betroffenen Länder und Regionen. Die Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Edelmetallen sind der ASFCMP wohlbekannt und ihre Mitglieder haben bereits jetzt zahlreiche konkrete Maßnahmen umgesetzt, um diesen zu begegnen. Verstärkte Rückverfolgbarkeit, höhere Transparenz, Verringerung der Umweltbelastungen, Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Abbaugebieten: Unsere Branche hat erhebliche Fortschritte gemacht und arbeitet weiter daran.

Die schweizerischen Affinerien haben weltweite Standards für die Governance des Sektors definiert, aber auch Lösungen wie Technologien für die Rückverfolgbarkeit, Initiativen zur Kreislaufwirtschaft sowie Unterstützung für Kleinbergbaugemeinschaften implementiert. Darüber hinaus setzt sich die ASFCMP auf politischer Ebene aktiv und auf transparente Weise dafür ein, dass die Revision des Zollgesetzes transparentere und durch eine zentrale Behörde innerhalb der Bundesverwaltung besser überwachte Vorschriften für die Edelmetallindustrie herbeiführt.

Wir verstehen das Anliegen, das dieser Initiative zugrunde liegt, teilen aber nicht die von den Initianten vorgeschlagene Lösung, noch deren Vorgehensweise, die zumindest polemisch ist. In einer derart umfassenden und komplexen Lieferkette, die Regierungen, Entwicklungsagenturen, NGOs, Fachleute und lokale Gemeinschaften einschließt, kann nur ein gemeinsames Vorgehen nachhaltige Verbesserungen herbeiführen. Wir können es uns nicht erlauben, uns auf eine kosmetische Vorgehensweise zu verlassen, die womöglich sogar die durch die Bemühungen unserer Branche erzielten Fortschritte gefährdet. In diesem Sinne engagiert sich die ASFCMP seit mehreren Jahren, wobei sie Dialog und Kooperation bevorzugt, um Lösungen zu erreichen, die eine echte Wirkung für die Einhaltung von Menschenrechten und den Umweltschutz haben.